Die Vernünftige

I AM ALEKTO
Dein Ergebnis

Die Vernünftige

Was hat man dir beigebracht, nicht zu wollen?

Gemälde: Echo sitzt an einem Teich und sieht zur Seite
John William Waterhouse, Echo und Narziss, 1903

Die Nebenrolle

Du spielst die Nebenrolle der Vernünftigen. Du weißt, was richtig ist, und entscheidest danach. Was du willst, kommt in der Entscheidung nicht vor, weil du es lange nicht gefragt hast.

Von außen wirkst du souverän. Von innen gibt es oft eine Leere an der Stelle, an der ein „Ich will“ stehen könnte.

Woran du sie erkennst

  • Du kannst jede Entscheidung begründen, aber nicht sagen, ob du sie gewollt hast.
  • Auf die Frage „Was willst du?“ antwortest du mit „Das kommt darauf an“.
  • Du fragst andere, ob deine Entscheidung richtig war, obwohl du sie längst getroffen hast.
  • Du erkennst dein Muster genau und handelst trotzdem wieder danach.

Was dahintersteckt

Wer lernt, dass Gefühle stören und Bedürfnisse sich verwalten lassen, trennt Kopf und Körper. Das schützt, und es kostet den Zugang zu dir.

Wenn Gefühle früh weggeklärt werden, übt man das Wegklären, bis es automatisch läuft. Dann fehlt die Verbindung zu dem, was einem etwas sagen will, auch wenn man es klar sehen kann.

Zur Forschung. Studien zur expressiven Suppression, also dem Zurückhalten des Gefühlsausdrucks (James Gross), deuten darauf hin, dass dauerhaftes Unterdrücken mit höherer Belastung und weniger Nähe in Beziehungen verbunden sein kann.

Das Bild dazu

Echo und die geliehene Stimme

Bei Ovid nimmt Juno der Nymphe Echo die Stimme. Sie darf nur noch die letzten Worte anderer wiederholen. Sie verliebt sich in Narziss, kann ihm nicht sagen, was sie will, und wird von ihm abgewiesen. Am Ende bleibt von ihr nur noch ein Nachhall.

Eine Frau, die nur noch wiedergibt, was andere sagen. Vielleicht kennst du das: Du weißt, was erwartet wird, und sprichst es aus, bevor du gemerkt hast, was du selbst sagen wolltest.

Drei Tipps für diese Woche

1

Halte dreimal am Tag inne und frag: Wie geht es meinem Körper gerade?

Antworte mit einem Wort, nicht mit einer Erklärung. Das ist der kürzeste Weg zurück.

2

Bevor du die nächste Entscheidung triffst, schreib auf: Was will ich?

Erst danach: Was ist vernünftig? Die Reihenfolge ist der Punkt.

3

Such dir einen Ort, an dem du nicht vernünftig sein musst.

Ein Gespräch, eine Gruppe, einen Text. Irgendwo, wo dein Wollen laut werden darf.

Das sind die anderen Typen, falls du dich in diesem Ergebnis nicht zu Hause fühlst:

Porträt von Alek Fischer vor grünem Hintergrund, neben einer Büste

Wer hier schreibt

Ich bin Alek.

Psychologin und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapeutin in Ausbildung. Ich begleite Frauen* dabei, aus der Nebenrolle auszusteigen, und schaue auch auf das System, das sie dorthin gebracht hat.

Ich war klinisch tätig: auf einer Traumastation, in der Akutpsychiatrie, in der Tagesklinik und in der neurologischen Frührehabilitation. Seit 2019 begleite ich Familien ambulant, meist alleinerziehende Mütter.

Dieser Test ist mein Angebot, genauer hinzusehen. Er gibt dir ein Wort für das, was du vielleicht schon lange spürst.

Mehr über mich

Raus aus der Nebenrolle

Im Minikurs „Raus aus der Nebenrolle. Decentering Men“ lernst du, wie du aufhörst, dich nach anderen auszurichten.

Zum Minikurs

Weniger Anpassung.Mehr Widerstand.

Dieser Test ist ein Reflexionsangebot und keine Diagnose. Wenn du stark belastet bist, wende dich an jemanden, der dich professionell unterstützen kann.